Feb 04

Das Schweizer Gesundheitswesen ist eine Grossbaustelle. Nicht zuletzt, weil es planwirtschaftlich und doch subsidiär organisiert ist. Der Fall des Limmattalspitals zeigt anschaulich, wohin das führt.

Da planen die lokalen Behörden seit Jahren einen Neubau, weil das in den 70er Jahren erbaute Patientensilo sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben lässt. Dann fordert die Zentralverwaltung kantonale Gesundheitsdirektion den Ausbau der ambulanten Abteilung. Mehrkosten: 100 Mio. Franken. Und nun plötzlich entscheidet sich die Gesundheitsdirektion, für ambulante Leistungen keinen Leistungsauftrag mehr ans “Limmi” zu vergeben. Zentralistisch entscheiden die Planwirtschafter, welche Region wieviel von was erhält. Wettbewerb? Nein Danke!

Nun folgt aber die Konsequenz auf dem Fusse, weil das Spitalwesen eben nur teilweise zentral verwaltet wird. Den Bau bezahlen müssen die Zweckverbände und die Vertragsgemeinden subsidiär. Mindestens teilweise. Und da setzen nun unsere kreativen Exekutivpolitiker mit ihrer ganzen Schaffenskraft an. Denn wo eine Lücke ist, wird sich auch jemand finden, der diese zu füllen sucht. Wenns mit Steuergeldern geht, umso einfacher. Man zieht nun also einfach eine “privatwirtschaftliche” Lösung in Betracht. Und hintertreibt damit die Sandkastenspiele der Zentralverwaltung. Man hat ja damit bereits Erfahrung. Als der Kanton das MRI fürs “Limmi” nicht bewilligte, gründete man kurzerhand eine AG mit den Gemeinden als Aktionariat. Diese schreibt Jahr für Jahr fette Gewinne – und treibt damit die Krankenkassenprämien in die Höhe.

Wetten, dass mit dem ambulanten Bereich dasselbe passiert? Ich bleibe dran.

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