Apr 01

Um der unkontrollierten Ausbreitung von Kebaperias in unserer Stadt Einhalt zu gebieten, hat der Stadtrat letzten Montag die Einführung einer Kebap-Steuer beschlossen. Mit einem Aufschlag von happigen 18 Prozent werden demnach sämtliche Kebap-Varianten, also auch Döner oder die beliebten Kebap-Boxen belastet. Recherchen zeigen, dass dahinter die bisher unbekannte Crown-Connection steckt. Die Förderer der sich in Stadtbesitz befindlichen Taverne zur Krone, die noch diesen Monat wiedereröffnet werden soll, strecken ihre Arme bis weit in die Verwaltung hinein. Sogar die zwei höchsten politischen Ämter in Exekutive und Legislative sind infiltriert. “Mit der Massnahme sollen die etablierten Restaurationsbetriebe unterstützt werden. Wirtschaftsförderung beim Wort genommen”, begründet der zuständige Gesundheitsvorsteher Roger Brunner die Massnahme in einem Communiqué. Dass es indirekt darum gehe, dem neuen Kronen-Wirt den Boden zu ebnen, da dieser mit dem missglückten Umbau ohnehin einen schweren Start haben wird, will er nicht wahrhaben: “Der Stadtrat hat eine Massnahme beschlossen, die gut ist für alle Wirte.” Ob allerdings Wettbewerbsverzerrungen ein taugliches Mittel zur Förderung der Zielgruppe sind, bleibt dahingestellt. Auch dass es lediglich um die Kompensation der vom Kanton verfügten Steuersenkung um 1 Prozent geht, streitet Brunner ab: “Kebap ist unschweizerisch und bedroht unsere Wirte mit all ihren Angestellten. Hier müssen wir handeln”, so der stramme SVP-Mann auf Anfrage.

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Jan 20

Für mehr Lehrstellen sind sie also, die “Die Liberalen” von Dietikon. Schreibt wenigstens Verena Trabelsi Hofer, eine FDP-Kandidatin für den Gemeinderat, in einem Leserbrief. Sie forderte auch schon ein Cafée im Chrützacher und mehr Verweil-Cafées im Zentrum. Doch ich schweife ab. Das will sie mit mehr Praktikumsplätzen “in Koordination mit Wirtschaft und Gewerbe” erreichen. Und “privaten Coachingsystemen für die Begleitung Jugendlicher bei der Stellensuche.”

Da frage ich mich: Weiss diese Frau eigentlich, für welches Amt sie da kandidiert? Lehrstellen kann man doch nicht einfach herbeibefehlen. Dafür braucht es zuerst einmal überhaupt Gewerbe. Doch das vertreibt ihr eigener Stadtpräsident, indem er salopp im Industriequartier Wohnungen zulassen will. Man kann es drehen und wenden wie man will: Die FDP sagt das Eine, meint das Andere und tut das Dritte. Schade, wie schnell sich diese noch vor vier Jahren äusserst erfolgreiche Partei selber demontiert hat und nun konzept- und führungslos umhertorkelt.

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Jan 04

Das Schöne am Umverteilen, der Lieblingsbeschäftigung fast aller Politiker ist, dass man immer nur den Nutzen sieht, den das umverteilte Geld bringt. Denn das ist das, was passiert. Was dabei vergessen geht, ist das was nicht passiert und was man deshalb nicht mit den Augen, sondern nur mit einem wachen Geist sieht. So pries beispielsweise der Dietiker Stadtrat sein Fördermodell für energetische Massnahmen als Arbeitsbeschaffung für das lokale Gewerbe. Obwohl dies unbestritten bleibt, ist es nur das was man sieht. Denn dieses Geld, das der Gewerbler erhält, wird vorher einem Anderen wegbesteuert. Folglich hat dieser den Betrag nicht mehr zur Verfügung, um seinerseits eine ökologische Heizung in Auftrag zu geben. Da es nicht passiert, sieht man es jedoch nicht. Vielleicht ist es auch ein Ausländer, der mit dem Geld einen Deutschkurs bezahlen würde. Kann er nun aber nicht, weil ihm dieser Teil des Einkommens fehlt. Doch weil es nicht passiert, sieht man es nicht. Um solcherlei Scharlatanerie wusste schon der französische Ökonom Frédéric Bastiat, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts populäre ökonomische Mythen entlarvte. Schade, dass kaum ein heutiger Politiker mehr seine Schriften kennt.

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Nov 11

Nach über dreijähriger Planung hat der Stadtrat für die Gebiete Silbern, Lerzen und Stierenmatt, also das Industriequartier im Nordwesten Dietikons, einen Entwickungsplan vorgelegt. Rigorose Verdichtung beim Bauen erlauben ein Maximum an Ausnutzung und beugt damit der Zersiedelung und dem Landverbrauch vor. Das ist es dann aber auch bereits.

Auch wenn ich den Grundbesitzern die neuen Möglichkeiten nicht neide, so muss ganz klar auf den Umstand hingewiesen werden, dass im ganzen Gebiet nämlich neu das Wohnen möglich sein soll. Die Folgen sind absehbar: Sind die ersten Wohnsiedlungen gebaut, folgen die ersten Lärmklagen auf dem Fuss. Gewerbebetriebe und industrielle Produktion sind nun mal nicht immer geräuschfrei zu haben. Auch das Arbeiten Nachts oder am Wochenende bei hohem Auftragsaufkommen gehört in der heutigen dynamischen Wirtschaft und auf  just-in-time getrimmten Produktion einfach dazu.

Wollen wir das Gewerbe in unserer Gemeinde, oder wollen wir es mit einer unvernünftigen Siedlungspolitik in den angrenzenden Aargau vertreiben? Bekanntlich sind die Aargauer äusserst flexibel, wenn es um die Gewinnung guter Steuerzahler geht.

Das ist keine gewerbefreundliche Politik. Deshalb tendiere ich vorläufig zu einem Nein.

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