Direkt nördlich hinter dem Bahnhof Dietikon gelegen, befindet sich das Altbergquartier. Es ist daher optimal mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen. So ein Gebiet, müsste man meinen, wäre prädestiniert für eine gemischte Wohn-/Dienstleistungszone, wo sowohl Zu- wie auch Wegpendler ohne motorisierten Individualverkehr ihr Mobilitätsbedürfnis optimal befriedigen können. Damit möglichst viele von so einer ausgezeichneten Lage profitieren können, wäre verdichtetes Bauen unumgänglich. Damit das Quartier aber wohnlich bleibt, braucht es Grünflächen. Was läge da näher, als auf relativ wenigen Quadratmetern sechs, sieben oder gar acht Stockwerke in die Höhe zu bauen? Doch nein, der Stadtrat belässt es bei W3. Lieber bewilligt er im Gebiet Silbern/Lerzen/Stierenmatt neue Wohnungen, obwohl ein neuer Bahnhof dort erst in vielen, vielen Jahren Realität wird und die Meisten mit dem Auto zur Arbeit fahren werden. Einmal mehr wurde hier eine Chance vertan, mit einer vernünftigen Planung dem Siedlungsdruck Herr zu werden und eine ressourcenschondene Stadtentwicklung zu befördern.
Nach über dreijähriger Planung hat der Stadtrat für die Gebiete Silbern, Lerzen und Stierenmatt, also das Industriequartier im Nordwesten Dietikons, einen Entwickungsplan vorgelegt. Rigorose Verdichtung beim Bauen erlauben ein Maximum an Ausnutzung und beugt damit der Zersiedelung und dem Landverbrauch vor. Das ist es dann aber auch bereits.
Auch wenn ich den Grundbesitzern die neuen Möglichkeiten nicht neide, so muss ganz klar auf den Umstand hingewiesen werden, dass im ganzen Gebiet nämlich neu das Wohnen möglich sein soll. Die Folgen sind absehbar: Sind die ersten Wohnsiedlungen gebaut, folgen die ersten Lärmklagen auf dem Fuss. Gewerbebetriebe und industrielle Produktion sind nun mal nicht immer geräuschfrei zu haben. Auch das Arbeiten Nachts oder am Wochenende bei hohem Auftragsaufkommen gehört in der heutigen dynamischen Wirtschaft und auf just-in-time getrimmten Produktion einfach dazu.
Wollen wir das Gewerbe in unserer Gemeinde, oder wollen wir es mit einer unvernünftigen Siedlungspolitik in den angrenzenden Aargau vertreiben? Bekanntlich sind die Aargauer äusserst flexibel, wenn es um die Gewinnung guter Steuerzahler geht.
Das ist keine gewerbefreundliche Politik. Deshalb tendiere ich vorläufig zu einem Nein.


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